Montag, 5. Mai 2014

A belated thank you and goodbye

We are back in Germany now. 8 months went by. Just like that. Like a blink of an eye, which gave us the chance to see, smell, hear, feel, taste and understand a bit about our India. The India we were surprised at, started to appreciate and to love like our second home. Even though time went by so quickly, during the first days back in Germany, our home was not as familiar to us as it used to be. We see things differently now. We wonder about the mass of unnecessary things in our houses, which we didn’t even remember they existed. And about how clean or even sterile everything seems to be. About the fresh air and the streets which are so empty. Where is the colorful street life we got used to during the past months? Everything is so silent. No people shouting in the streets, no cow mooing, no traffic noise, especially no horn! And the traffic in general which is so strictly regulated... almost boring. Slowly we are getting used to everything again and stop comparing life here to life in India all the time. But still we have India in our heads and are carrying it in our hearts. Especially the people, who made our time unforgettable. We want to take this opportunity to thank all these wonderful people one last time.

Sankar
Seetha
First of all there is Sankar, who introduced himself as the director of NMCT to us and became a person, who we could always talk to, ask questions, if there was something we didn’t understand, and who took the time and the patience to show us around a couple of times. No less we want to thank Seetha, who was caring for us like a hostmother by making us test the best Keralan food ever, talking to us about Indian culture and sharing insider knowledge with us.

Sunitha
Sunitha, who as our mentor was always there if we had any organizational questions and lavished much time on us helping us with the police de-/registration.

The CaSP-crew
Selva (we know, you never officially wanted to be our co-mentor, but still for us you were!), who gave us the great opportunity of getting an insight into the work of CaSP project by supporting us always. And of course Mano and the other CaSP staff members, who did not only teach us many things about their work, but also made us feel part of the team. Thank you for the great times of cultural exchange and for taking us on trips to places like Valparai, Mysore and Bangalore. We always enjoyed the fun times we had together!

The Abhaya girls
There is no way to put into words our feelings for our Abhaya girls. For 8 months we were living and spending everyday life together. In the study hall, in the kitchen, in the bathing place, in the bed room, on the ground and on exposure visits. We shared jolly moments and bad moments, laughter and tears. The girls showed us what life really is about and made us see the beauty in the apparently small things again. By spending time together and getting to know each one of the girls and each one’s special and appreciable character, we never even had the chance to become homesick. The same goes for Yasotha, who was not only there for us if we had any practical problems, but also became a good friend, who we could also talk to about personal matters. And of course Kalamani, our Indian mummy, who shared her love by making sure that we would never feel hungry. We will miss our Abhaya family, but always remember them with a big smile.

The list of people we want to thank and who made our time so special would go on and on, but we are sure that the ones we will not forget know about that already. And don’t forget: this is not a “goodbye”, it is just a “see you later”.

So one last time: romba, romba nandri and appuram parkkalam!


Rike and Janina

Mittwoch, 12. Februar 2014

Ein Tag im Abhaya Student Shelter

06.00 Uhr - langsam regt sich etwas im Abhaya. Die ersten der jüngeren Mädchen rekeln sich in ihren Betten im Schlafzimmer des ersten Stocks. Unten wachen die älteren in Hochbetten auf und reiben sich den Schlaf aus den Augen. Die meisten in der gleichen Kleidung, die sie am gestrigen Tag nach der Rückkehr aus der Schule gegen die Schuluniform eingetauscht hatten. Ein Paar Mädchen haben diese Nacht mal wieder den kühlen Boden im Eingangsraum (ich nenne ihn Allzweckraum, da hier gegessen, gespielt, gelernt und wie in eben dieser Nacht geschlafen wird) bevorzugt. Hier können sie direkt auf die anderen Mädchen warten, um den ersten Tagespunkt in Angriff zu nehmen - das tägliche Yoga.             

06.15 Uhr – nach und nach versammeln sich alle Mädchen. Im Schneidersitz und mit noch immer sehr müden Blicken befolgen die einen mit mehr, die anderen mit weniger Elan die Übungen, die eines der Mädchen vormacht. Da es früh am Morgen ist, wird auch nur die „Yoga-light“ Variante (Dehnübungen und die  Waden, die Zehen und den „center point“ des Fußes massieren) gemacht. Es wird noch nicht viel geredet, was sich im Laufe des Tages aber natürlich noch sehr ändern wird.


Kaffee zum munter werden
06.30 Uhr – Kalamani, welche nun seit circa drei Monaten im Abhaya beschäftigt ist um 25 Mägen zu füllen, eröffnet die Küche, in der den ganzen Tag immer wieder viel gewirkt wird, und kocht Kaffee. Mehrmals täglich gilt es nämlich frischen Kaffee oder Cai zu kochen (die Tee-Pausen haben bei einem langen Tag im Abhaya-Office und im Heim selbst festen Bestand) und Frühstück, Mittag- und Abendessen frisch zuzubereiten. Dabei packen immer zwei bis drei Mädchen mit an, es gibt nämlich einen Wochenplan damit jeder weiß, wann er mit Kochen, Essenverteilen, Geschirrwaschen, Putzen etc. an der Reihe ist. Während das Frühstück zubereitet wird und selbst die jüngsten Mädchen ihren Kaffee getrunken haben, begibt sich jeder an seine Schulbücher. In jedem Raum liegen Bücher und Hefte auf dem Boden verteilt, über die fleißige Mädchen gebeugt sind, um Texte abzuschreiben, an sogenannten „projects“ (meistens das Anfertigen einer vorgegebenen visuellen Darstellung des Gelernten auf einem Plakat oder ähnlichem) zu arbeiten und Gedichte oder Sachtexte auswendig zu lernen.


07.30 Uhr – bathing time! Draußen im Waschbereich tummeln sich die Mädchen um Wassereimer, um der täglichen Morgentoilette nachzugehen und anschließend in die Schuluniformen zu schlüpfen. Die dichten langen Haare werden gekämmt und mit Kokosöl eingeschmiert - für die Haarpflege mit angenehm kühlenden Effekt. Gegenseitig hilft man sich beim Entlausen und Flechtfrisuren machen: streng gescheitelt, mit flinken Händen zwei Zöpfe geflochten und kunstvoll eine Schleife ins Haar gemacht – fertig ist die perfekte Affenschaukel! Zur gleichen Zeit kümmert sich der dieswöchige Putzdienst um das Fegen der Räume. In der Küche wird für das Frühstück und Mittagessen Reis gekocht, Gemüse geschnibbelt und Chutney zubereitet.


08.00 Uhr – aus allen Richtungen kommen die Mädchen, um sich zum ersten Gebet vor dem Hausaltar (das oberste Fach eines Bücherregals) zu versammeln. Ein Räucherstäbchen wird entzündet und ebenso werden frische gelbe und rote Hibiskus Blüten zu drei Bildern, die auf dem Bücherregal stehen, gelegt. Eines der Bilder zeigt den hinduistischen, elefantenköpfigen Gott Ganesha, auf einem anderen ist eine Kaaba abgebildet. Auf dem dritten erstrahlt Jesus in leuchtenden, bunten Farben. Die Mädchen legen die Hände aneinander und fangen an mit geschlossenen Augen im Chor das Gebet zusprechen. Manche blinzeln ab und an und grinsen, zum letzten Satz des Gebets huscht noch ein Mädchen dazu, welches noch dabei ist, sich eine Schleife ins Haar zu machen.


Mhhh.. heute gibt es Daal Chutney mit extra viel Knobi!
08.30 Uhr – jetzt heißt es „Sapare wange!“. Es gibt Frühstück. Jeder schnappt sich seinen Teller und reiht sich vor dem Topf Reis und Chutney auf. Ich freue mich darüber, dass ich mich mittlerweile ohne, dass die Mädchen mir mit einem „You go, sister“ den Vortritt lassen wollen, einreihen kann. Zu Beginn meiner Zeit hier musste ich einige Male dankend ablehnen, bis sie vor jeder Mahlzeit nach dreimaligem hin und her akzeptieren mussten, dass ich nicht bevorzugt werden möchte und nicht als Gast hier bin. Die großen Mädchen fangen schnell an zu essen, um im Anschluss in Hektik ihre Schulsachen zu nehmen und den Bus zur Schule im nahegelegenen Kanuvai nicht zu verpassen. Ich habe aufgehört mich darüber zu wundern, dass man es schafft jeden Tag in den letzten Minuten unter Zeitdruck zu geraten, obwohl man 2 ½  Stunden vor dem Verlassen des Hauses aufsteht. Die Grundschulmädchen warten mehr oder weniger geduldig bis alle ihr Essen vor sich haben. Wir bilden einen Kreis und wieder wird erst gebetet, diesmal um für das Essen zu danken, und dann „Piep, piep, piep wi has us alle lieb“ gesungen.  Wir begeben uns alle in die indische Standardsitzposition –den Schneidersitz- und beginnen zu frühstücken. Aus manchen Richtungen hört man es Schmatzen und leise Rülpsen. In Indien ist dies jedoch keineswegs ein Zeichen für schlechtes Benehmen, wie wir seit langem wissen! Im Gegenteil – es zeigt viel mehr, dass es einem gut schmeckt. Und das tut es den Mädchen eigentlich fast immer. Mir übrigens auch. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Momente, in denen ich mich nach einem süßen Frühstück sehne und gerne Abwechslung von dem morgendlichen, mittäglichen und abendlichen Reisgerichten „mit viel scharf“ hätte.


08.45 Uhr - die jüngeren Mädchen packen noch schnell die letzten Hefte in die an ihnen überdimensional  groß wirkenden Tornister und reihen sich vor dem Tor des Abhayas auf. Nach einem kurzen Gebet machen wir uns auf den Schulweg. Die Mädchen zur Schule zu bringen ist eine der ersten kleinen Aufgaben, der wir bereits in unserer Beobachtungsphase nachgegangen sind. Nach fünfminütigem Fußmarsch erreichen wir das Gebäude mit der ersten bis fünften Klasse der Grundschule, an der wir von den ersten Mädchen mit einem „Bye sister! Have a nice day!“ verabschiedet werden. Nach weiteren 2 Minuten des „in der Reihe hintereinander an der Hand Laufens“ verabschieden wir uns schon von den restlichen Mädchen. Auf dem Rückweg bemerken Janina und ich die bohrenden Blicke der Menschen die am Straßenrand stehen oder uns entgegen kommen. Da wir auf dem Hinweg noch so sehr mit den Mädchen beschäftigt waren, fielen uns die neugierigen Blicke der Menschen noch nicht besonders auf. Janina und ich werden von vielen musternd angeschaut, andere lächeln uns freundlich zu. Kinder rufen „Hi!“, winken und laufen uns sogar teilweise hinterher. Wir scheinen eine „exotische Attraktion“ zu sein und immer unter Beobachtung zu stehen. Am Anfang war ich froh, dass der Weg bis zum Abhaya nicht so weit ist. Mittlerweile habe ich mich aber an die Blicke gewöhnt. Außerdem freue ich mich, unterwegs bekannte Gesichter aus dem Dorf zu sehen. Aus einer Einfahrt kommt ein Roller, den ein Mann fährt, geschossen. Auf dem Rücksitz seine Frau mit einem Kleinkind auf dem Schoß, die andere Tochter kniet im „Fußraum“ des Rollers. Etwas alltägliches, was im deutschen Straßenverkehr als unverantwortlich gedeutet werden würde, oder zumindest als sehr ungewöhnlich, und bei dem man vielleicht sogar die Polizei alarmieren würde. Ich wundere mich zwar nicht mehr über die Bilder, welche sich mir auf den indischen Straßen bieten, jedoch ist mir bewusst, dass mir in gut zwei Monaten in Deutschland keine Kühe mehr auf der Straße entgegen kommen werden, als gäbe es nichts Natürlicheres. Oder Ziegen, die in dem Müllhaufen am Straßenrand nach Fressbarem suchen. Auch werde ich nicht mehr täglich an den zahlreichen kleinen mobilen Ständen auf Rädern, an denen frische Ananas, Papaya, Wassermelone, Bananen, Mangos und alles was das indische Fruchtparadies noch für umgerechnet 1 bis 15 Cent zu bieten hat, verkauft werden, vorbei kommen. Und mit Sicherheit werde ich morgens nicht mehr an dem alten Schuster mit Beinen so dünn wie mein Unterarm, der am Straßenrand auf dem Boden sitzt, vorbeikommen. Vor sich ein Tuch auf dem seit unsrer Ankunft vor sechs Monaten die gleichen drei einzelnen Schuhen liegen und ein Schild auf dem etwas auf Tamil steht.


09.00 Uhr – wir erreichen wieder das Abhaya, plaudern noch kurz mit Yasotha und machen uns dann an die Arbeit, welche für heute anfällt. Case studies schreiben, an der Videodokumentation arbeiten, die nächste English class oder Wochenendaktivität für die Mädchen vorbereiten… Obwohl wir nicht mehr wie die ersten Monate regelmäßig nach Pollachi fahren, finden wir immer etwas zu tun – zum Glück!


Kalamani in ihrem Reich beim Cai kochen
16.30 Uhr – Während die Neunt- und Zehntklässlerinnen von der Schule direkt zur Nachhilfe gehen, kommen die andern Mädchen aus der Schule wieder. Die Schuluniform wird wieder gegen Chudida (ein indisches Oberteil, welches auch wir hier überwiegend tragen) und Leggins, T-shirt und Jeans oder Nighty (bodenlanges Nachthemd, welches hier privat auch tagsüber getragen werden kann) eingetauscht. Einige Mädchen baden sich noch kurz und waschen ihre Schuluniform für den nächsten Tag, andere beginnen sofort mit dem Nachmittags-Cai zu dem es entweder Butterkekse oder indische Snacks gibt.


17.15 Uhr – auf geht’s zur „cycling class“ auf dem Sandplatz im Dorf! Am Anfang unserer Zeit hier sind wir noch täglich mit den Mädchen Fahrrad gefahren. Mittlerweile können alle Rad fahren und da die Räder auf Grund einiger Scherben, welche auf dem Platz liegen, regelmäßig Platten bekommen, ist aus der offiziellen „cycling class“ eine „games/ball class“ geworden. Aktuell ist Völkerball hoch im Kurs dicht gefolgt von Flunkyball (natürlich mit Wasser) und dem indischen Fangspiel „Capedi“.


18.15 Uhr – wir machen uns auf den Weg zurück ins Abhaya. Dort angekommen treffen wir auf die großen Mädchen welche in der Zwischenzeit von der Nachhilfe wieder gekommen sind und ihre rare freie Zeit zum Teetrinken, Zeitunglesen und Plaudern nutzen. Doch nun geht es nach dem Nachmittagsgebet schon wieder weiter mit dem Lernen.





19.00 Uhr – vor zwei Wochen habe ich eine „reading class“ für die Mädchen, welche kaum bis gar nicht Englisch lesen können eingeführt. Hauptsächlich sind das die Mädchen aus der vierten bis sechsten Klasse, aber auch ein Mädchen aus der siebten und eines aus der achten Klasse. Ich freue mich wieder darüber, wie schnell die Mädchen eigentlich begreifen und bin auf der andern Seite genauso schockiert, warum es bisher noch kein Lehrer geschafft hat, ihnen einfach mal zu sagen, dass man beim Lesen eines Wortes den Buchstaben „b“ nicht wie beim buchstabieren [bi] sondern eher [bə] ausspricht.


19.30 Uhr – Nun steht die eigentliche English class an. Janina unterrichtet die Mädchen der siebten und achten Klasse und ich von der vierten bis sechsten Klasse (jeder mit einer beschaulichen Gruppe von 5 Schülerinnen). Spielerisch versuchen wir den englischen Wortschatz der Mädchen zu erweitern und wagen uns sogar an kleine grammatikalische Übungen. Das englische Sprachniveau der Mädchen fällt dabei sehr unterschiedlich aus, sodass viel Fingerspitzengefühl wichtig ist, um niemanden vor sich sitzen zu haben, der frustriert oder gelangweilt ist.


20.30 Uhr – Endlich heißt es wieder „Sapere wange!“ und alle versammeln sich zum Abendessen. Das Prozedere verläuft ähnlich wie beim Frühstück, jediglich die Stimmung ist heiterer, da alle froh sind wieder einen Schultag hinter sich gebracht zu haben.


Nalla kanavu - Sweet dreams!
21.00 Uhr – die Ersten vom langen Tag Erschöpften fallen schon ins Bett. Ein paar waschen ihre Wäsche oder baden sich vor dem Schlafengehen. Die meisten der Großen haben jedoch noch einiges an Hausaufgaben vor sich oder lernen für den nächsten Test. Trotzdem findet sich dabei auch Zeit, sich mit den anderen Mädchen oder den beiden „sisters“ auszutauschen und Späße zu machen. Zur gleichen Zeit spielen einige der jüngeren Mädchen, die abends nochmal voll aufdrehen Gesellschaftsspiele oder toben durch die Gegend.

22.00 Uhr – die meisten jüngeren Mädchen haben sich mittlerweile schlafen gelegt. Einige der Großen haben noch ein, zwei Stunden über den Schulbüchern vor sich, bis auch sie endlich todmüde ins Bett fallen dürfen und im Abhaya schließlich für ein paar Stunden Ruhe einkehrt. 

(Rike)

Donnerstag, 2. Januar 2014

"Bilder sagen mehr als tausend Worte..."

Hallihallo ihr Lieben!

Endlich schaffe ich es mal wieder, mich zu melden. Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes, gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr 2014!

Natürlich sollt ihr erfahren, was wir in den letzten vier Wochen alles erlebt haben (es war mal wieder eine ganze Menge), deshalb habe ich für euch einige Bilder ausgesucht, die unsere Aktivitäten im Dezember recht gut beschreiben. Und wie heißt es noch so schön: „Bilder sagen mehr als tausend Worte.“


Im Folgenden seht ihr also viele Bilder mit möglichst wenig Text. Viel Spaß damit! :-)


World Aids Day

In Indien leben weltweit die meisten HIV-infizierten Menschen. Die offizielle Zahl der Infizierten liegt Schätzungen zufolge zwischen zwei und drei Millionen. Hauptgründe für die rasante Verbreitung von HIV/ Aids in Indien sind mangelndes Bewusstsein bzw. mangelnde Aufklärung und Hygiene. 





Jedes Jahr veranstaltet NMCT zum Welt-AIDS-Tag am 01.12. gemeinsam mit einigen anderen Institutionen wie dem Lions Club eine Art Aufklärungsprogramm in Pollachi. Mitarbeiter/Innen des HIV/ AIDS-Projektes (CaSP), betroffene Familien, die von NMCT unterstützt werden, Studenten und viele andere Interessierte nahmen am 01.12.2013 an der Stadtrallye teil. Auch Rike und ich durften helfen, Flyer an die Menschen auf den Straßen verteilen. 





Wie sollen Betroffene mit ihrer Infektion umgehen? Wie können sie erfolgreich ihre Ängste und Befürchtungen bekämpfen?

Im Anschluss an die Rallye fand in der Lions Hall Pollachi ein spezielles Programm nur für die von HIV/ Aids betroffenen CaSP-Familien statt. 

Private school visit




Wir durften eine Privatschule in Pollachi besuchen und an einer Englischstunde für die 6. Klasse teilnehmen. Die gesamte Unterrichtsstunde wurde auf Englisch gehalten und war meiner Meinung nach gut strukturiert. Grammatikübungen zur Verwendung englischer Zeitformen und das Schreiben ganzer Sätze schien für die Schüler/Innen kein Problem zu sein.  
Diesen Monat werden wir eine staatliche Schule - die unserer Mädchen - besuchen. Ich bin gespannt auf die Unterschiede, von denen es sicherlich einige gibt!


St. Nikolaus day




06.12.2013. Es ist Nikolaustag! Wir hatten zwar leider keine Stiefel, aber dafür haben wir mit den Mädchen kleine Kästchen aus Papier gebastelt, die wir mit Süßigkeiten, selbst gemachten gebrannten Mandeln und einem Haarclip füllen konnten. Zwar nicht ganz traditionell, aber für die Mädchen dennoch etwas ganz Besonderes! :-)


Sock puppets





 Sonntags und jeden zweiten Samstag ist "Skill-building-time" im Abhaya Students Shelter. Zeit also für kreative Aktivitäten wie beispielsweise besondere Basteleinheiten. 
 Hier sind wir gerade dabei, Sockenpuppen zu basteln.







... Das Sockenpuppentheater kann beginnen!


It's Christmas time!

Sudhas Wichtelkarte



Chaos pur...:-)
"Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum,
wie grün sind deine Blätter..."
Engelein, Engelein, flieg!
Und deshalb muss natürlich Weihnachtsdekoration her! Wir basteln Christbäume, Engel, Teelichter, falten Sterne und schreiben Wichtelkarten mit persönlichen Weihnachtsgrüßen, die sich die Mädchen gegenseitig bei unserer Weihnachtsfeier geschenkt haben. 




Pollachi - Adé...

Von Pollachi und den Mitarbeitern des CaSP-Projektes mussten wir uns leider schon "verabschieden." Zwar werden wir sicher noch das ein oder andere Mal dorthin fahren, um fehlendes Material für die Videodokumentation zu sammeln oder bestehende Fragen über case studies zu klären, aber unsere offizielle Zeit in Pollachi ist leider schon vorbei. Rike kümmert sich nun darum, den Film zu schneiden und ich werde das booklet mit 20 case studies füllen. 

An dieser Stelle ein großes DANKE an alle Mitarbeiter von CaSP/ NMCT, die uns die ganze Zeit über tatkräftig zur Seite standen, uns bei unseren Hausbesuchen begleitet und uns überhaupt die Möglichkeit gegeben haben, einen Einblick in ihre Arbeit zu gewinnen. 


Unsere zwei letzten und ganz besonderen Pollachi-Besuche:


Das alljährliche Yoga-Training für PLHA ("People Living With HIV/ AIDS")


und das monatliche get together-meeting,an dem PLHA mit ihren Familien teilnehmen können. Rike und ich sagen Auf Wiedersehen... 



Die Karl Kübel Trophy






Zum vierten Mal veranstaltete das KKID (Karl Kübel Institute for Development Education) die sogenannte Karl Kübel Trophy. Dabei handelt es sich um eine Art Wettbewerb, bei dem Kinder aus verschiedenen Kinderheimen bzw. NGOs teilnehmen können. In verschiedenen Disziplinen wie Basketball, Volleyball, Malen, Seilspringen, Tanzen, Singen etc. treten die Kinder gegeneinander an. Dieses Jahr ging die Karl Kübel Trophy an Team Prachodana  (http://kks-prachodana-13.blogspot.de/) aus Hassan, letztes Jahr an NMCT.

Unsere Mädchen aus dem Abhaya Students Shelter sowie Kinder des Vimuktha und CaSP-Projektes haben dieses Mal zwar nicht den Hauptpreis gewonnen, aber wie jedes Jahr ihr Bestes gegeben und viele Preise mit nach Hause gebracht. :-)


Devayani beim Basketballspielen
Punitha belegt den 2. Platz beim
Seilspringen mit über 500 Sprüngen!
Ein paar unserer Mädels beim Kohlezeichnen


Nandhini (links) - so schnell wie der Wind :-)
Team NMCT beim Gruppentanz



Special Christmas celebration(s)

Die Weihnachtstage haben wir gemeinsam mit den anderen KKS-Freiwilligen auf einem Hausboot in Kerala verbracht. Ein kleiner, ECHTER Tannenbaum und ein Adventskranz (Ein großes Dankeschön an Robins Mama!), selbst gemachte Plätzchen aus der Heimat, ein Weihnachtsstollen und das Trällern bekannter Weihnachtslieder, die von Robins Trompete, Johannas Geige und Simons Gitarre begleitet wurden, haben das Fest unter Palmen zu etwas ganz Besonderem gemacht. :-)




Am 01.01.2014 konnten wir endlich mit den Abhaya-Mädchen Weihnachten nachfeiern.
Gemeinsam haben wir die letzten Vorbereitungen getroffen, d.h. ein paar Weihnachtslieder ("Jingle Bells" und "Fröhliche Weihnacht' überall") einstudiert, den Aufenthaltsraum mit unserem selbst gebastelten Weihnachtsschmuck dekoriert und ganz traditionell einen kleinen Tannenbaum (der diesmal leider aus Plastik war) geschmückt. Und dann...wurde natürlich beschert. 




Ein verspätetes Weihnachtsfest, das aber mindestens genauso schön und besonders war wie das erste! 

Ich wünsche euch nur das Beste und sende viele liebe Grüße in die Heimat! 

(Janina)

Dienstag, 10. Dezember 2013

Lernen und Persönlichkeitsentwicklung = eigennütziger Selbstfindungstrip?

“Lernen durch tatkräftiges Helfen” - So lautet das offizielle weltwärts Motto.
Aber was beinhaltet dieses “Lernen” und welchen nachhaltigen Effekt hat mein neu gewonnenes Wissen für andere? Und bin ich als frisch gebackene Abiturientin ohne berufliche Qualifikationen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit überhaupt in der Lage “tatkräftig zuhelfen”?

Das Diskutieren über das weltwärts Motto beim Zwischenseminar im November regte mich erneut dazu an über den Sinn des weltwärts Freiwilligendienstes nachzudenken. Unterschiedliche Rollenbilder eines Freiwilligen wurden diskutiert. Einige hatten andere Erwartungen an den Freiwilligendienst und an sich selbst, als andere. Ein gemeinsamer Nenner für alle wurde auch am Ende der Seminartage nicht gefunden.
Da nun fast die Hälfte unserer Zeit in Indien vorbei ist, möchte ich im folgenden Beitrag mein persönliches Fazit über den Sinn und Wert eines weltwärts Freiwilligendienstes mit dem Schwerpunkt auf den Aspekt der Nachhaltigkeit darstellen. Ob wir unserer NGO im hier und jetzt nun "tatkräftig helfen" weiß ich nicht. Trotzdem haben Janina und ich das Gefühl, sei es das Schreiben von Case studies, das Drehen des Dokumentationsfilms über das CaSP Projekt, die Arbeit mit den Mädchen im Heim oder einfach der kulturelle Austausch mit Mitarbeitern, dass wir nicht völlig "nutzlos" für unsere NGO sind.


“Welwärts”, der entwicklungspolitische Freiwilligendienst, welcher vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird, wird in den Medien viel diskutiert. Weltwärts sei ein “Abenteuerurlaub auf Staatskosten”, ein “über Steuergelder finanziertes Tourismus-Programm für junge Leute” und eine “Abenteurerreise für deutsche Ethno-Touristen” heißt es immer wieder von kritischen Stimmen. Das Programm sei ein “Selbstfindungstrip für Abiturienten mit Weltverbesserer-Drang”. Weltwärts ist in meinem Auge zwar nicht einfach als “Selbstfindungstrip” abzustempel, jedoch spielen die Erfahrungen, die man macht, sowie die Dinge, die man lernt und die daraus zwangsläufig resultierende Persönlichkeitsentwicklung tatsächlich eine entscheidende Rolle. Und das nicht nur für den Freiwilligen selbst, sondern auch für die Nachhaltigkeit eines Frewilligendienstes.
Die Bedenken von Seiten der weltwärts-Kritiker sind für mich trotzdem stellenweise nachvollziehbar. Auch ich habe mir sowohl vor dem Antreten des Frewilligendienstes, als auch während meiner Zeit hier in Indien oft die Frage gestellt, ob das Geld, welches vom BMZ in weltwärts gesteckt wird, nicht effektiver, nachhaltiger und mehr im Sinne der Entwicklungshilfe, in Projekte und Fachpersonal in den jeweiligen Schwellen- und Entwicklungsländern, investiert wäre.


Im folgenden spreche ich vor allem für mich persönlich, da ich es natürlich nicht ausschließen kann, dass es tatsächlich Freiwillige gibt, die sich einen lauen Lenz im Ausland machen und sich nicht bemühen ihre Eindrücke und Erfahrungen zu observieren, zu reflektieren und daraus zu lernen.
Das Lernen steht nämlich, wie es auch in dem Motto deutlich werden soll, im eigentlichem Fokus von weltwärts. Natürlich sind wir als Freiwillige in der Regel keine Entwicklungsexperten. Aber wir sind junge, motivierte (im Idealfall) Menschen, die die Zeit in einer ausländischen Organisation und in einer anderen Kultur nutzen um zu lernen. Sei es über Entwicklungszusammenarbeit, eine andere Kultur mit ihren unterschiedlichen Werten und Normen oder die eigene Verantwortung in der Gesellschaft. - In einem Land wie Indien hat man meiner Meinung nach gar keine andere Wahl, als seinen Blick auf die Welt und das Leben zu erweitern. Durch Gespräche und Erfahrungen befindet man sich quasi im permanenten Lernprozess. Folglich fängt man auch an seine eigene Denkweise und sein bisheriges Handeln in Frage zustellen. (Mit dieser Aussage möchte ich auf keinen Fall den Eindruck vermitteln durch meinen Aufenthalt in Indien die Weisheit mit Löffeln gegessen zuhaben! Es gibt so vieles was es noch zu erfahren, zu sehen und zu lernen gibt. Diese Erfahrung machen wir hier täglich.) Die Persönlichkeitsentwicklung und das Aneignen von neuem Wissen resultieren somit zwangsläufige aus einem Freiwilligendienst im Ausland – und sind für die Nachhaltigkeit des eben diesen entscheidend.

Dabei kann sich dieser Effekt nach dem Freiwilligendienst in unterschiedlichen Formen wiederspiegeln. Sei es, dass man tatsächlich den beruflichen Weg in die Entwicklungsarbeit wählt, oder doch einen kommerziellen Werdegang einschlägt, sich aber dazu entscheidet von seinem Einkommen regelmäßig Geld an NGOs im Ausland oder gemeinnützige Organisationen in Deutschland zu spenden. Oder man engagiert sich neben dem Beruf auf Freiwilligenbasis in einem sozialen Projekt. Oder man entscheidet sich dazu sein Konsumverhalten zu ändern, fairen Handel zu unterstützen, auf nachhaltige Produkte zu setzen und verantwortungsbewusst mit Ressourcen, wie Wasser und Strom, und der Natur umzugehen.
Und wenn es nur das Teilen von Erfahrungen, Eindrücken und neu gewonnenen Erkenntnissen im Kreise der Familie, Freunden und Bekannten ist - Jedem Freiwilligen ist es selbst überlassen in welchem Ausmaß und in welcher Form er für die Nachhaltigkeit seines Freiwilligendienstes sorgt.

Abschließend kann ich also nicht sagen, ob das Geld in weltwärts nun generell sinnvoll investiert ist, da ich bei weitem nicht jeden weltwärts Freiwilligen persönlich kenne. Ich kann noch nicht einmal ganz genau sagen, wie mein Beitrag zur Nachhaltigkeit des weltwärts Programms nach meiner Rückkehr aussehen wird. Das weltwärts Programm als solches kann also nicht allgemein als "erfolgreich" oder "nachhaltig" beurteilt werden, sondern nur für jeden einzelnen Freiwilligen. Die Verantwortung liegt also in der Hand eines jeden Freiwilligen.


Wer noch mehr Meinungen über den Sinn und Wert des weltwärts Freiwilligendienstes aus Sicht von Freiwilligen lesen möchte, dem kann ich wärmstens die folgenden Beiträge meiner Mitfreiwilligen empfehlen.
Franzis Antwort auf einen Zeitungsartikel, der den weltwärts Freiwilligendienst kritisiert http://kks-pds-13.blogspot.de/2013/10/the-klarissa-issue_17.html und Paulinos Fazit nach dem zweiten und dritten Monat in Indien http://kks-vosard-2013.blogspot.de/2013_11_01_archive.html und
http://kks-vosard-2013.blogspot.de/2013/10/the-second-month-der-zweite-monat.html


(Rike)








Samstag, 30. November 2013

Deepavali, Halloween & ein Laternenumzug

Puuuuh, wenn ich mir das Datum von unserem letzten Blogeintrag anschaue, denke ich mir nur: „Wie kann es sein, dass schon wieder vier Wochen vorbei sind?!“  Manchmal ist es schon fast beängstigend, wie schnell die Zeit davonrennt, vor allem jetzt, da wir sehr mit unserer Dokumentationsarbeit in Pollachi beschäftigt sind. Rike kümmert sich um den Dokumentationsfilm über das HIV-Projekt von NMCT und ich verfasse Lebensgeschichten von Menschen bzw. Familien, die von HIV/ Aids betroffen sind und von NMCT unterstützt werden. Rike hatte ja bereits von unseren Hausbesuchen und Erfahrungen in Pollachi berichtet.

Was wir in den letzten Wochen außer unserer Dokumentationsarbeit sonst noch gemacht haben bzw. was hier im Abhaya Students Shelter so passiert ist, erfahrt ihr jetzt:

Happy Deepavali!!!


Bei Diwali (Hindi) bzw. Deepavali (Tamil), was übersetzt so viel wie „Weg des Lichts“ bedeutet, handelt es sich um ein hinduistisches Fest. Die Menschen feiern an diesem Tag den Sieg des Guten über das Böse bzw. des Lichts über die Dunkelheit. Deepavali ist eines der bedeutendsten Feste der hinduistischen Kultur und wird folglich in ganz Indien würdig zelebriert.
Schon Wochen vor dem eigentlichen Feiertag wurden überall Plakate angebracht mit der Aufschrift: „Happy Deepavali!“, Lichterketten schmückten die riesigen Kaufhäuser, Saris und Churidars wurden zu reduzierten Preisen und indische Süßigkeiten wie Sand am Meer angeboten.  Es gehört nämlich zur Tradition, an Deepavali neue Klamotten zu tragen und sich gegenseitig Süßigkeiten zu schenken. Kein Wunder also, dass die Einkaufsstraßen und Geschäfte zu dieser Zeit extrem überfüllt waren.
Mit Unterstützung anderer NGOs veranstaltet NMCT jedes Jahr zu Deepavali eine ganz besondere Feier für Familien, die von HIV/ Aids betroffen sind. Dieses Jahr fand diese Feier eine Woche vor dem eigentlichen Feiertag, am 27. Oktober 2013 in Tirupur statt. Es wurden u.a. Reden gehalten, Süßigkeiten und neue Klamotten an die Kinder verteilt sowie Tanz- und Gesangsvorführungen aufgeführt.


Geschenke!!!








Auch die Mädchen im Abhaya Students Shelter wurden von Spendern mit neuen Outfits und Süßigkeiten beschenkt und freuten sich natürlich sehr darüber.





Drei der kleineren Mädels mit ihren neuen, schicken Outfits


Am Vorabend von Deepavali fing das große Feiern richtig an. Es wurden viele bunte Feuerwerke entzündet und verschiedene Knaller bzw. Böller auf die Straßen geschmissen. Wir haben also unser Silvester schon vorgefeiert, nur, dass das Ganze ungefähr fünfmal so laut und zehnmal so wild war als bei uns in Deutschland.


Punitha hat keine Angst...




Rike und ich wurden an diesem Abend von unserem Direktor Sankar uns seiner Frau Seetha zum Essen eingeladen. Beide kommen ursprünglich aus dem Bundesstaat Kerala, gekocht wurde also keralisch. Es gab Gerichte, von denen wir noch nie zuvor etwas gehört hatten, die uns aber mindestens genauso gut schmeckten wie tamilisches Essen.
Am nächsten Morgen, also dem eigentlichen Feiertag, bestrich Seetha unsere Stirn mit Öl. Dadurch segnen ältere Menschen ihre jüngeren Familienmitglieder oder Freunde und wünschen ihnen eine glückliche, zufriedene Zukunft. Nach dem Baden bzw. Duschen werden 
schließlich die neuen Klamotten eingeweiht.


Drillinge?! Rike, Sri (Sankar und Seethas Tochter) mit unseren neuen Churidars




In diesem Sinne noch ein verspätetes „Happy Deepavali“ nach Deutschland! :-)


Halloween-Grusel-Abend & St. Martinsumzug


Wir lernen hier ständig neue Dinge über die indische bzw. hinduistische Kultur. Dinge, die uns faszinieren und die wir nicht so schnell vergessen werden. Daher wollten wir den Mädchen im Abhaya Students Shelter auch mal etwas von der westlichen Welt bzw. Kultur näherbringen.
Zunächst einmal haben wir ihnen etwas zum Hintergrund des Gruselfests erzählt und anschließend gemeinsam einen Halloween-Grusel-Abend vorbereitet. Dazu haben wir ganz traditionell Kürbisse ausgehöhlt (da wir nicht genügend orangefarbene Kürbisse auftreiben konnten, gab es bei uns dieses Jahr auch grüne), Kürbischutney aus dem Fruchtfleisch zubereitet, Gruselteelichter und Masken gebastelt, Halloweenmusik gehört und uns gegenseitig Gruselgeschichten erzählt.  Ein besonderer Abend mit Gruseleffekt und jeder Menge Spaß war garantiert! :-) 


...und Bethamal beim Kürbisaushöhlen 
Manju...

Leeeecker, Kürbischutney!
Ein Fledermaus-Teelicht





Der Halloween-Grusel-Abend kann beginnen!

„Ich geh‘ mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.“…

Diese Zeilen kommen jedem bekannt vor. Sie stammen aus einem Kinderlied, das beim Laternenumzug am St. Martinstag gesungen wird. Auch wir haben uns überlegt mit den Mädchen Laternen zu basteln und durch die Straßen zu ziehen. Einige der älteren Mädchen hatten bereits zwei Jahre zuvor Laternen mit den ehemaligen Freiwilligen gebastelt und wussten ungefähr, wie das Ganze funktioniert. Für die Kleinen bzw. „Neuen“ hingegen war es das erste Mal und dadurch natürlich umso spannender und aufregender.
Jedes der Mädchen bastelte seine eigene, individuelle Laterne und verzierte sie mit Herzen, Sternen, Früchten, Kerzen und, und, und. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und die Ergebnisse konnten sich auf jeden Fall sehen lassen.

Leider konnten wir nicht direkt am 11.11., dem eigentlichen St. Martinstag, durch die Straßen ziehen, da wir in der Woche vom 11.-16. November auf dem Zwischenseminar, dem sog. „Midterm-Workshop“ im KKID waren. Dieses Seminar gab uns Gelegenheit dazu, unsere ersten Monate in Indien zu reflektieren, aber auch uns mit den anderen Freiwilligen über gesammelte Erfahrungen auszutauschen bzw. Erfahrungen zu teilen. Außerdem haben wir einiges gelernt, u.a. über Entwicklungszusammenarbeit oder kulturelle Unterschiede, sowie helfende und interessante Gespräche über Erwartungen und Enttäuschungen geführt. Nun aber wieder zurück zu unserem verspäteten Laternenumzug. Nach unserer Rückkehr ins Abhaya Students Shelter, wo 21 Mädchen strahlend auf uns zu rannten und uns herzlich in die Arme schlossen, bastelten wir die fehlenden Laternen fertig. Da hier aber momentan Regensaison ist und das Wetter leider alles andere als gut war, mussten wir noch einige Tage warten, bevor wir endlich starten konnten.

Wir zündeten die Teelichter an, befestigten die gebastelten Laternen an Stöcken und liefen los. Menschen auf den Straßen schauten uns neugierig hinterher, als wir anfingen die zuvor einstudierten Lieder zu trällern: „Ich geh‘ mit meiner Laterne…“ oder „Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne…“. Der Weg führte uns zu einer Ziegelsteinfabrik, wo wir von den Mitarbeitern und deren Familien herzlich empfangen wurden. Es wurde gespielt und anschließend gemeinsam zu Abend gegessen. Danach mussten wir auch schon wieder aufbrechen, um nicht allzu spät im Abhaya anzukommen.




"Hey Zulu, attention!" Eines der Lieblingsspiele unserer Mädels 

Es war schön, gemeinsam mit so vielen Menschen zur Abwechslung mal keine indische, sondern eine „deutsche function“ zu feiern. Dadurch konnten wir ihnen zumindest einen kleinen Teil aus „unserer Welt“ zeigen.

Ich sende euch ganz liebe und sonnige Grüße ins kalte Deutschland! 

(Janina)