Freitag, 13. September 2013

Ein paar Eindrücke...

Zwei Wochen sind wir jetzt schon im Abhaya Students Shelter bei NMCT und haben natürlich viel Zeit mit den 21 wundervollen Mädchen verbracht, aber auch jede Menge Neues, Unbekanntes erlebt und gesehen. Davon will  ich euch jetzt ein bisschen detaillierter berichten und euch an unseren Eindrücken teilhaben lassen, also here we go! :-)

Aufgabe bzw. Hürde Nr. 1 ist es, die police registration erfolgreich hinter uns zu bringen. Unser Direktor Sankaranarayanan, den wir glücklicherweise Sankar nennen dürfen, und unsere Mentorin Sunitha warnen uns davor, wie langwierig und nervenzerreisend eine solche Registrierung sein kann. Man benötigt dafür unglaublich viele Formalien und Schreiben, bei denen alles bis ins Detail stimmen muss. Sunitha begleitet uns zwei Mal zum Police Office nach Coimbatore,  unser Direktor ein drittes Mal zu einem anderen Office. Jetzt scheint es auch wirklich fast geschafft zu sein und wir müssen nur noch auf die Bestätigung warten. So wie es aussieht dürfen wir also glücklicherweise noch bis zum 17.04.2014 hier bleiben! ;-)

Neben der police registration stehen in den ersten Tagen natürlich noch andere und wesentlich spannendere Dinge auf dem Programm. Wir lernen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von NMCT, die sogenannten“staff-members“  kennen, die alle sehr freundlich und hilfsbereit sind. Außerdem besuchen wir mit unserer Mentorin ein riesiges, sechs-stöckiges Einkaufszentrum in Coimbatore city, wo wir uns einige indische Outfits aussuchen, und 
machen uns mit der Umgebung vertraut.


Unterwegs in Coimbatore
...und zwischendurch gibt es zur Stärkung einen "fresh juice" (mit viel Farbstoff und Zucker!)






In unserem kleinen, friedlichen Dorf laufen wir  durch die schmalen Gassen, sehen überall riesige Müllberge, Kühe, Straßenhunde und Menschen, die vor ihren kleinen heruntergekommen - aber dennoch niedlichen - Hütten sitzen und sich unterhalten. Von allen Seiten werden wir beobachtet und angestarrt. Manche schenken uns ein Lächeln, andere wiederum schauen scheu auf den Boden, wenn wir ihnen in die Augen schauen. 
Die Kinder hingegen rennen mit freudestrahlenden Gesicht auf uns zu und winken uns hinterher. Es ist manchmal ein bisschen unangenehm zu spüren, dass man als anders wahrgenommen wird. Wir sind als „Weiße“ hier eine Besonderheit, fast schon eine Attraktion. Daran müssen wir uns wohl gewöhnen.




Einige Dorfkinder


Kultur, Traditionen & ein buntes Spektakel

In den 14 Tagen erfahren wir auch einiges über indische Kultur. Oder besser gesagt: Wir erleben die kulturellen Aspekte und Traditionen hautnah mit. 
Am 09.09.2013 wird der Geburtstag eines hinduistischen Gottes gefeiert. Ganesh heißt er und wird auch als Elefantengott bezeichnet. Unser Direktor Sankar nimmt uns an diesem Tag mit zu verschiedenen „functions“. Darunter kann man sich kleine Tempel vorstellen, die nur für diesen besonderen Anlass aufgestellt werden. Dort gehen die Menschen hin, um den Gott Ganesh zu feiern und zu ehren, aber auch, um sich segnen zu lassen.


Einer der kleinen "Tempel"

An einem anderen Tag (12.09.2013) erhalten wir einen Einblick in ein Projekt von NMCT. VIMUKTHA heißt dieses Projekt und wurde 2004 von NMCT und der Karl Kübel Stiftung ins Leben gerufen, um Kinderarbeiter wieder in die Gesellschaft einzugliedern und deren Familien nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe zu unterstützen. Heute gibt es insgesamt rund 85 Frauenselbsthilfegruppen in fünf Gebieten. Die Frauen erhalten Kleinkredite, lernen mit Geld umzugehen und selbstständig zu werden, um ausreichend für ihre Familien sorgen zu können. Mit den Kleinkrediten eröffnen sie beispielsweise kleine Obst- und Gemüseläden, Blumenläden, Kiosks oder Schneidereien. Wer sich noch genauer über VIMUKTHA informieren möchte, hier die Homepage: www.vimuktha.org.
Wir begleiten eine Mitarbeiterin von VIMUKTHA zu einer Tempeleinweihung und lernen dort einige Mitglieder der Frauenselbsthilfegruppen kennen. Es ist unglaublich, wie herzlich wir empfangen werden und wie gastfreundlich die Menschen sind. Sie lassen uns an ihren hinduistischen Zeremonien teilhaben, bieten uns etwas zu essen und zu trinken an. Später dürfen wir  zwei Mitglieder von VIMUKTHA besuchen und ihre selbst errichteten Shops bestaunen. Wir sind begeistert von der Selbstständigkeit und  Stärke der Frauen und dankbar dafür, einen so besonderen Tag mit ihnen verbringen zu dürfen!


Wir werden geschmückt. :-)
Ein Erinnerungsfoto mit der heiligen Kuh

Ein kleiner Shop der VIMUKTHA-Frauen


Auch heute ist ein ganz besonderer Tag, denn genau vor  25 Jahren wurde NMCT gegründet. Das muss natürlich ordentlich gefeiert werden! Gemeinsam mit den Mädchen und Yasotha, die als Betreuerin hier im Heim lebt und arbeitet, basteln wir eine Blumengirlande und   schmücken den Hof und das Office. Die Party kann also steigen, und zwar mit vielen Luftballons, bunten Girlanden, zuckersüßem Kuchen und sonstigem Schnick-Schnack.

  
       
Es wird nicht nur geschmückt,...

       
sondern auch Quatsch gemacht :-)

Happy birthday to you, NMCT! 

Wie ihr seht, haben wir in diesen ersten zwei Wochen jede Menge erlebt und gesehen, aber verstehen bzw. begreifen können wir vieles noch nicht. Nur eins wissen wir sicher: Es ist alles anders als in Deutschland!

Bis zum nächsten Mal ihr Lieben und viele Grüße aus Indien!

(Janina)

2 Kommentare:

  1. Liebe NMCT Volunteers, eure Tage sind ja wirklich gut gefüllt. Schön habt ihr von der Vielfältigkeit berichtet. Liebe Grüße aus dem ungemütlichen Deutschland!

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  2. Hallo Janina,
    liebe Grüße aus dem weit entfernten Odenwald senden dir Uli und Olaf. Dir scheint es richtig gut zu gefallen und ihr alle seid ja rund um die Uhr beschäftigt. Deine Berichte sind super und ich kann vieles erkennen, was wir auch in Indien erlebt haben. Wir wünschen dir/euch noch eine gute Zeit und bis auf bald

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